Liebe Freunde von Bock auf Dialog?
Dies ist eine Mail ausser der Reihe - ausnahmsweise und aus aktuellem Grund: Vor wenigen Tagen tagten die Psychiatriereferent:innen der Länder zum Thema "Prävention von Gewalttaten psychisch erkrankter Menschen". Ich hatte Gelegenheit für ein kurzes Grusswort und den Auftrag, "den Blick zu erweitern". Ein beigefügter Text sollte die Fakten präsentieren. Am heutigen Tag kümmert sich die DGPPN um das Thema, und das ist gut so. - Wer ist gefährdet und wodurch, wer gefährlich und warum? Psychisch Erkrankte werden häufiger Opfer von Gewalt als Täter. Im Ausnahmezustand können wir einander gefährlich werden – aber wohl nur wenn wir uns selbst existentiell bedroht fühlen. - Welche Rolle spielen die Medien? Stünden die 300 Femizide im Jahr oder die Verkehrstoten im Vordergrund, welche Listen würden wir dann führen? Warum ist Datenaustausch alleine keine Lösung? - Die Psychiatrie muss wieder haltefähiger werden – mit verbindlicher Kooperation, aufsuchenden Hilfen, Beziehungskultur. In diesem Kontext müssen wir dann auch kommunizieren können. Aber ein Datenaustausch als politisches Alibi erhöht nur das Stigma-Risiko – ein Teufelskreis. Diese Debatte ist öffentlich zu führen und offensiv. Deshalb erlaube ich mir, Podcast und Text hier anzuhängen. Mit der Bitte um Verständnis und Unterstützung für diese Mail und herzlichem Gruß
Prof. Dr. Thomas Bock
Das Grußwort zur Tagung können Sie hier hören: [Datei]
„Besonders gefährlich?“ – „zutiefst menschlich!“: Spannweite der Zuschreibungen an Menschen mit psychischer Erkrankung [Download]
