Brief unserer Vorstandssprecherin Karin Momsen-Wolf an unsere Mitglieder

Liebe Mitglieder,

 

Vermutlich aus Sorge vor einem Infektionsrisiko sind in diesem Jahr viele von Ihnen der Mitgliederversammlung ferngeblieben. Damit Sie dennoch informiert sind, mit welchen Themen wir uns befassen, gebe ich Ihnen hier eine kurze Zusammenfassung.

 

1. Krisendienst!: Das ist das, was der Landesverband fordert. „Krisentelefon“ ist das, was im Koalitionsvertrag nach der letzten Bürgerschaftswahl angekündigt, aber bis heute nicht umgesetzt wurde. In einem der letzten Newsletter habe ich ausführlicher darüber berichtet.

Sie haben alle einen Abgeordneten. Schreiben Sie ihm/ ihr eine E-mail!

 

2. Kein „Export“! psychisch erkrankter Menschen in andere Bundesländer! Das ist seit Jahren eine Forderung unseres Verbandes. Regelmäßig berichtet die Aufsichtskommission dem Parlament über diesen Missstand. Es sind mehrere hundert Menschen, die auf diese Weise aus allen verbliebenen sozialen Bezügen gerissen werden. Es gibt erste Ansätze, das Problem zu verringern, die aber ein Tropfen auf dem heißen Stein bleiben.

 

3. Kontinuität in der Behandlung! Die Wahrscheinlichkeit, nach einer ersten Behandlung in der Psychiatrie in ein normales Leben zurückkehren zu können, ist dann am größten, wenn durch kontinuierliche Behandlung ein Rückfall verhindert werden kann. Also: kein eigenmächtiges Absetzen der Medikamente, Lernen, mit der Erkrankung umzugehen, (z. B. Risiken einzuschätzen), und ein enger Bezug zu einem aufsuchenden Betreuungsteam.

In diesem Zusammenhang verweise ich auf das Harburger Modell, das dafür sorgen soll, „dass niemand verloren geht.“ 

Es befindet sich in der Startphase.

 

4. Keine „Aufbewahrung!“ psychisch kranker Straftäter in den Strafanstalten.

Psychisch kranke Straftäter haben einen Anspruch auf medizinische Betreuung in speziellen geschlossenen Einrichtungen des Maßregelvollzugs. Wir haben in dieser Frage Kontakt zur Aufsichtskommission aufgenommen.

 

5. „Housing First!“ nennt sich ein neues Projekt der Sozialbehörde. Hier eine Veröffentlichung vom NDR: „Um Obdachlosigkeit zu bekämpfen, startet Hamburg das Modellprojekt „Housing First“, das heißt übersetzt „Wohnen zuerst“. Zunächst für drei Jahre sollen dreißig Wohnungen an obdachlose Menschen vermittelt werden, wie die Sozialbehörde am Montag ankündigte. Damit soll eine sichere Unterbringung gewährleistet werden, damit in der Folge weitere Hilfen greifen können.  Insgesamt stehen 880 000 € für das Projekt bereit. Dieses soll wissenschaftlich begleitet werden, um zu sehen, ob es erfolgreich war.“ Da viele der Obdachlosen psychisch erkrankt sind, sehen wir das als einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung an. 

 

6. Zum 1. Januar 2023 tritt das neue Betreuungsrecht in Kraft. Wir werden Sie darüber noch informieren.

 

7. Die Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen ist seit Herbst 2021 Ulrike Kloiber. Jeder kann sich mit Anliegen, die die Gleichstellung betreffen, persönlich an sie wenden. Ulrike.Kloiber(at)basfi.hamburg.de

 

8. Im Juni fahren unsere Schatzmeisterin, Svenja Landsberger und Henriette Hansen vom Vorstand zum Länderrat, einem bundesweiten Treffen des Bundesverbandes.

 

Soweit erst einmal.

Ich freue mich über Nachfragen, Wünsche, Berichte, über alles, was zu einem lebendigen Austausch untereinander beitragen kann.

 

Herzlich,

Karin Momsen-Wolf