Angehörige psychisch Kranker
Landesverband Hamburg e.V.
 Startseite  Unser Angebot  Aktuelles  Veranstaltungen  Mitgliedschaft  Links  Kontakt

Ehrenamt:

Kein Mensch ist immer nur schwach

Artikel über unsere Arbeit in "www.diegesellschafter.de", lesen Sie hier mehr...


Grundsätzliche Überlegungen

Ehrenamtliche Arbeit kann für psychisch erkrankte Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen eine überlegenswerte Option sein.

Die Eingliederung in den normalen Arbeitsmarkt wird angestrebt

Wenn die Eingliederung in den normalen Arbeitsmarkt, der Erwerb einer beruflichen Qualifikation oder schlicht die Möglichkeit, Geld zu verdienen, angestrebtes Ziel ist, ist der Gedanke an eine ehrenamtliche Tätigkeit zunächst oft fern liegend. Dennoch gibt es Gesichtspunkte, die auch in dieser Situation zumindest eine zeitweise ehrenamtliche Tätigkeit sinnvoll erscheinen lassen können. Ehrenamtliche Tätigkeit kann Gelegenheit zum (Wieder)-Einüben alltagspraktischer Fähigkeiten wie soziale Kompetenz im zwischen-menschlichen Bereich, Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Bewältigung auch längerer Arbeitswege, selbstständige Gestaltung eines geordneten Tagesablaufs geben, sie kann Chancen zum Erwerb neuer Kenntnisse und Fähigkeiten bieten, sie kann dem Nachweis von Leistungswillen und Leistungsfähigkeit dienen, sie kann einen näheren Kontakt zum Arbeitsleben ermöglichen. Der Nachweis einer ehrenamtlichen Tätigkeit während einer Zeit der Arbeitslosigkeit lässt in einem Bewerbungsschreiben die Biographie in einem besseren Licht erscheinen.

Die Eingliederung in den normalen Arbeitsmarkt wird nicht angestrebt

Andere Gesichtspunkte ergeben sich, wenn eine Eingliederung in den normalen Arbeitsmarkt keine realistische Möglichkeit darstellt und der Lebensunterhalt glücklicherweise durch Rente oder Grundsicherung sichergestellt ist. Hier kann eine auch längerfristige ehrenamtliche Tätigkeit wichtige menschliche Grundbedürfnisse erfüllen. Das Gefühl, einer sinnvollen Betätigung nachzugehen, irgendwo gebraucht zu werden, nicht sinnlos seinen Tag verbringen zu müssen, trägt erheblich zur seelischen Stabilisierung bei. Ehrenamtliche Arbeit kann zu sozialen Kontakten außerhalb des psychiatrischen Versorgungssystems verhelfen, kann der häufigen Vereinsamung psychisch erkrankter Menschen entgegenwirken, auch dies ein nicht gering einzuschätzender Umstand.

Weiter ist daran zu denken, dass aber auch viele psychisch erkrankte Menschen es als bedrückend, ja beschämend erleben, gewissermaßen von staatlicher Unterstützung leben zu müssen. Durch ehrenamtliche Tätigkeit hat der psychisch erkrankte Mensch eine Möglichkeit, seinerseits der Allgemeinheit etwas zurückzugeben.

Vorgeschichte

Im Frühjahr des Jahres 2006 fand sich in der Asklepios Klinik Nord/ Ochsenzoll ein „Runder Tisch Arbeitsgelegenheiten“ zusammen, Teilnehmer waren Sozialarbeiter der Klinik und aus außerklinischen Bereichen, Vertreter des Angehörigenverbandes Hamburg und Mitarbeiter einer Aktivoli-Anlaufstelle. Der Runde Tisch stellte sich zur Aufgabe, Wege für psychisch kranke oder beeinträchtigte Menschen in ehrenamtliche Arbeit zu entwickeln.

In Hamburg und Umgebung gibt es ein großes Angebot an ehrenamtlichen Betätigungs-möglichkeiten. Viele der Anbieter sind in Hamburg im Aktivoli-Netzwerk, dem Verbund zur Engagementförderung in Hamburg (www.aktivoli.de ), und seinen „Anlaufstellen/ Agentuern“ zusammengefasst.

Der Wunsch psychisch beeinträchtigter Menschen nach Vermittlung einer ehrenamtlichen Betätigung kann aber häufig nicht realisiert werden. Die weit verbreitete Stigmatisierung psychisch kranker Menschen führt zu Berührungsängsten und Unsicherheiten sowohl bei Mitarbeitern der Anlaufstellen als auch bei den Organisationen.

Tatkräftige Unterstützung erfuhr das Projekt durch die Hamburger Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, Abteilung Koordination bürgerschaftliches Engagement. Es konnte auf diesem Weg ein direkter Kontakt zum Aktivoli-Netzwerk hergestellt werden.

In gemeinsamen Gesprächen wurden Wege und Möglichkeiten diskutiert. Es wurde sehr deutlich, dass ein Interessenausgleich zwischen den zivilgesellschaftlichen Organisationen und den ehrenamtlich tätigen Menschen gefunden werden muss. Nur wenn beide Partner angemessen profitieren, kann sich ein dauerhafter Erfolg einstellen.

Deutlich wurde ferner, dass bei den Mitarbeitern der Anlaufstellen ein hoher Informationsbedarf hinsichtlich psychischer Erkrankungen besteht. Zur Erstinformation wurde ein Merkblatt „Hin-weise zu psychischer Erkrankung/Beeinträchtigung“ entwickelt. Inzwischen wurde der folgende Weg zur Vermittlung von psychisch beeinträchtigten Menschen in freiwillige ehrenamtliche Arbeit entwickelt.


Der Weg zur freiwilligen ehrenamtlichen Arbeit

  • 1.Schritt:

    Sie wenden sich an die unten angeführte Kontaktadresse um einen Gesprächstermin mit einem/er Vertreter/in des Angehörigenverbandes zu vereinbaren.

    Anhand eines speziell entwickelten Leitfadens führen wir ein Erstgespräch. In diesem persönlichen Gespräch sollen neben Ihren Fähigkeiten und Wünschen insbesondere auch Leistungsvermögen, Belastbarkeit und eventuelle persönliche Schwierigkeiten offen angesprochen werden. Dies Gespräch wird von einem Mitglied des Angehörigenverbandes geführt, das persönliche Erfahrung im Umgang mit psychisch erkrankten oder beeinträchtigten Menschen hat.

  • 2.Schritt:

    Auf der Grundlage der Ergebnisse aus Schritt 1 wird der Kontakt zu einer der Anlaufstellen aufgenommen, mit der Bitte, Sie mit der Vermittlung in eine Tätigkeit, die zu Ihren Fähigkeiten und Leistungsvermögen passt, zu unterstützen. Dort wird auch das weitere Vorgehen mit den dort tätigen Vermittlern besprochen. Ihre Bewerbung um eine Tätigkeit kann auf Wunsch durch die Kontaktperson des Angehörigenverbandes begleitet werden.

  • 3.Schritt:

    Kommt es zu einer Vermittlung bieten wir Ihnen an, Sie weitergehend zu begleitung,mit den Ziel, Sie bei eventuellen Problemen unterstützen zu können und Erfahrungen zu sammeln, die Ihnen und anderen Ehrenamtlichen zugute kommen können. Es wird angestrebt, dass jede in ehrenamtliche Arbeit vermittelte Person einen festen Ansprechpartner sowohl bei der vermittelnden Anlaufstelle als auch beim Angehörigenverband hat.

Mit diesem Angebot sind keinerlei feste Anforderungen an die Leistungsfähigkeit verbunden. Auch einmal im Monat für kurze Zeit, um z.B. einem behinderten Mitmenschen Gesellschaft zu leisten, wäre eine sinnvolle Beschäftigung, bei deren Vermittlung wir Sie gern unterstützen würden.


Ansprechpartner:

Angehörige psychisch Kranker Landesverband Hamburg e.V.
Michael Urban, Mitglied des Vorstandes
Tel. 040-8701058
Email: emurban@gmx.de

Dieses Projekt des Angehörigenverbandes wird mit Mitteln der Glücksspirale gefördert

www.bagfw.de


Startseite  Unser Angebot  Aktuelles  Veranstaltungen  Mitgliedschaft  Links  Kontakt